Menu

DNA – Diversität nutzen und annehmen 

Der Übergang von MINT-Studierenden mit unterschiedlichen Diversitätsmerkmalen in Beschäftigung.


Gefördert durch:


Projektbeschreibung

 

Worum geht es?

 

Das Projekt „DNA – Diversität nutzen und annehmen“ ist ein gemeinsames Forschungsprojekt mit Beteiligten der IKOBE gemeinnützige GmbH, Institut für Kompetenz und Begabung, und der Hochschule Osnabrück. Ziel des Projektes ist es, das Ausmaß der kulturellen Diversität an bayerischen Hochschulen und Universitäten zu untersuchen, ebenso wie den Übergang von MINT-Absolventen in Beschäftigung mit Einbeziehung von unterschiedlichen Diversitätsmerkmalen.

Die Finanzierung wurde auf ein Antrag zur Förderung im Rahmen der Innovations- und Technikanalyse (ITA) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ermöglicht. Über weitere aktuelle Projekte können Sie sich gerne hier https://www.zukunft-verstehen.de/ITA/ita-vorhaben informieren. 

 

 

Beteiligte

 

Dr. Edwin Semke ist Geschäftsführer des Instituts für Kompetenz und Begabung gemeinnützige GmbH in München und Lehrbeauftragter an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München mit den Schwerpunkten „Personalführung und Kommunikationstechniken“, sowie „Wahrnehmungspsychologie“. Seine Tätigkeit als Coach und Trainer bezieht sich auf die Schwerpunkte „Berufsorientierung“, „Personalentwicklung“, „Führungsverhalten“, „Interkulturalität und Diversität“ und „Testentwicklung“. Nach dem Studium der Psychologie und Biologie war Herr Semke 15 Jahre in der Erwachsenenbildung bei unterschiedlichen Bildungsträgern in Führungsfunktionen tätig und erwarb zusätzlich einen Abschluss als „Personalfachkaufmann IHK“. In dieser Zeit entwickelte er Trainings- und Schulungsformate, überwiegend im Bereich der Interkulturellen Kompetenz und Kommunikation, Konfliktbewältigung und Moderation, die bei unterschiedlichen Zielgruppen, wie Jugendliche, Erwachsene mit und ohne Migrationshintergrund, Mitarbeiter bei Firmen und Behörden und Führungskräfte zu Einsatz kamen.

Frau Prof. Dr. Genkova ist Professorin für Wirtschaftspsychologie (W2) an der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Hochschule Osnabrück, wo sie Seminare und Vorlesungen u. a. in den Themenfeldern des Diversity, insbesondere Gender als auch der Wirtschaftspsychologie hält.

Neben ihrer Lehrtätigkeit hat Frau Prof. Dr. Genkova seit dem Jahr 1994 an mehreren Forschungsprojekten mitgearbeitet oder sie gleitet. Schwerpunkte waren die vertiefende Erforschung der Interkulturellen Kompetenz und Kommunikation und dem Thema Diversity.


Inhalte und Projektbeschreibung

 

Das DNA-Forschungsprojekt hat als Kernpunkt das Thema kulturelle Diversität. Das Forschungsvorhaben bezieht sich auf die Untersuchung von unterschiedlichen Diversitätsmerkmalen bei Berufstätigen in Deutschland.

Die Erwerbstätigkeit einer Person spielt in verschiedenen Lebensbereichen dieser Person eine große Rolle. Vor allem für Migranten oder Menschen mit Migrationshintergrund ist eine Erwerbstätigkeit notwendig für eine erfolgreiche gesellschaftliche Integration. Eine gelungene Integration in den Arbeitsmarkt führt abgesehen von materiellen Ressourcen zur Eingliederung in soziale Netzwerke und sorgt für ein positives Selbstwertgefühl (Gestring et al., 2006).

Umso negativer ist der Aspekt zu betrachten, dass die Anzahl der Erwerbstätigen ohne Migrationshintergrund solche mit Migrationshintergrund stark übersteigt. 2012 waren von 15,3 Millionen Migranten nur 1,7 Millionen Personen erwerbstätig (Mikrozensus, 2012), obwohl 78,3% der Männer und 60% der Frauen mit Migrationshintergrund dem Arbeitsmarkt zur Verfügung standen (ebenda). Zahlreiche variierende Faktoren werden als Ursache für diese geringe Beschäftigungszahl von Menschen mit Migrationshintergrund genannt, jedoch stellen diese als alleinige Ursache keine hinreichende Begründung dar. Die Möglichkeit, dass gegebenenfalls der Selektionsprozess bei der Distribution von Studien- und Arbeitsplätzen eine Rolle spielt, besteht. Diese Auswahl erschwert die Zugangschancen für Personen mit Migrationshintergrund erheblich (Imdorf, 2010).

Um diesem Problem entgegen zu wirken versuchen Unternehmen durch die Anwendung von kulturfairen Einstellungsverfahren den Arbeitsmarkt gerechter zu gestalten.


Ziele und Fragestellungen


Ziel des DNA-Forschungsprojektes ist es, die Methoden und Werkzeuge der Personalauswahl in aufnehmenden Unternehmen zu untersuchen und Zusammenhänge zwischen der Anwendungsbereitschaft von kulturfairen Verfahren und Aspekten wie unterschiedlichen regionalen Lagen, Unternehmensgröße und weiteren nicht-kulturspezifischen Merkmalen, wie Geschlecht und Alter, herzustellen.

Zu den Zielen haben die Projektkoordinatoren Fragestellungen formuliert:




  1. Welche Form der kulturellen Diversität wird an bayerischen Hochschulen und Universitäten in MINT-Fächern sichtbar und wie kann diese zuverlässig erfasst werden?
  2. Wie ist das quantitative Verhältnis der Gruppen mit kulturellen Diversitätsmerkmalen im Studium?
  3. Wie gut gelingt der Übergang von Absolventen mit kulturellen Diversitätsmerkmalen in Beschäftigung?
  4. Welche system- und betriebsbedingte Merkmale (Unternehmensgröße, Märkte, Internationalität, Beachtung der Diversität, Nachfrage nach Fach- und Führungskräften) begünstigen den Übergang, welche erschweren es?
  5. Welche Maßnahmen werden in Unternehmen ergriffen, um die kulturelle Diversität zu beachten, zu ermöglichen und zu nutzen?
  6. Wie kann die Wirksamkeit dieser Maßnahmen nachgewiesen werden? Gibt es hierfür Best-Practice-Beispiele und verallgemeinerbare Empfehlungen?
  7. Unterscheidet sich die Wirksamkeit von ergriffenen Maßnahmen in Bezug auf Alter und Geschlecht interhalb von kulturellen Diversitätsgruppen?


Erwarteter Nutzen nach Projektende


Im Rahmen des Forschungsprojektes „DNA – Diversität nutzen und annehmen“ werden eine Vielzahl von Daten gewonnen. Diese Daten geben sowohl Aufschluss über die kulturelle Diversität an Hochschulen und Universitäten als auch über die kulturelle Diversität in Wirtschaftsunternehmen. Die Erkenntnisse, die aus diesen Daten gewonnen werden, füllen nicht nur eine Forschungslücke bezüglich des Übergangs in Beschäftigung von Absolventen mit kulturellen Diversitätsmerkmalen, sondern geben zudem Auskunft über die Gestaltung und die Verbreitung von Verfahren einer interkulturellen Personalauswahl.

Die gewonnenen Ergebnisse führen zum Aufdecken zahlreicher Zusammenhänge. Der persönliche Migrationshintergrund hat möglicherweise Auswirkungen auf die interkulturelle Güte und somit auf die Art der genutzten Auswahlinstrumente. Dies wiederum hat Auswirkungen auf den Bewerbungserfolg von Personen mit Migrationshintergrund.

Das DNA-Projekt untersucht zudem viele Zusammenhänge zwischen einzelnen Unternehmensmerkmalen, unterschiedlichen regionalen Lagen und der Anwendungsbereitschaft von kulturfairen Verfahren. Nach Abschluss des Projektes steht somit eine Basis für tiefergehende Forschungen mit weiteren Differenzierungen und der Untersuchung von weiteren Zusammenhängen. Die Ergebnisse liefern einen guten Ausgangspunkt für weiterführende zukünftige Forschung, sowohl in Hinblick auf andere Wirtschaftsbranchen als auch auf andere Regionen.

Innerhalb des Forschungsvorhaben werden Wirtschaftsunternehmen mit einbezogen und direkt angesprochen. Die Auswahlmechanismen und die Verfahren in diesen Unternehmen werden durch die erhöhte Aufmerksamkeit und Sensibilisierung verbessert und kulturfairer gestaltet. Allein die Beschäftigung mit der Art eines Auswahlverfahrens kann zu einer Verbesserung führen. Gesprochen wird hier von einer sogenannten Aktionsforschung.

 

Aktuelles


Am 14. Februar 2019 stellten die Projektkoordinatoren auf dem ITAFORUM 2019 im Festsaal Kreuzberg in Berlin das Forschungsprojekt „DNA – Diversität nutzen und annehmen“ vor.

ITA steht für das Programm der Innovations- und Technikanalyse des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMFB). Dieses Programm beschäftigt sich mit mittel- und langfristig wichtigen Fragestellungen rund um Themen, die technologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Schnittpunkte aufweisen. Der Fokus liegt auf der Untersuchung der Chancen und Risiken von zukünftigen Innovationen mit technologischem und gesellschaftlichem Bezug. Die Entwicklungen zeichnen sich aus durch eine langfristig hohe Relevanz.

Einmal im Jahr findet hierzu in Berlin eine Konferenz unter dem Titel ITAFORUM statt, in dessen Rahmen einzelne Projekte vorgestellt und kritisch untersucht werden und viele Themenfelder ausführlich zur Sprache gebracht werden. In diesem Jahr wurden Themen wie Künstliche Intelligenz und virtuelle Realitäten, digitale Plattformsysteme, Partizipationsfähigkeit und Governance von Innovationsprozessen besprochen. Unter dem Themenfeld Kulturelle Diversität stellte Dr. Semke mit weiteren Projektkoordinatoren ihr Projekt „DNA – Diversität nutzen und annehmen. Der Übergang von MINT-Studierenden mit unterschiedlichen Diversitätsmerkmalen in Beschäftigung“ vor.